Das duale Studium bei der BROCKHAUS AG

Ich bin Björn Merschmeier und werde seit August 2014 bei der BROCKHAUS AG zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung ausgebildet. Einen Monat später habe ich angefangen Informatik in Fachrichtung Softwaretechnik an der Fachhochschule Dortmund zu studieren.

Das heißt ich bin im dualen Studium derzeit im dritten Semester. An dieser Stelle möchte ich mehr über das duale Studium bei der BROCKHAUS AG berichten, dazu habe ich meine Gedanken in folgende Unterpunkte gegliedert:

  1. Wie ich dazu gekommen bin mich auf ein duales Studium zu bewerben
  2. Warum ich bei der BROCKHAUS AG angefangen habe
  3. Wie mir das duale Studium gefällt
  4. Was die Inhalte und Abschlüsse an der Fachhochschule sind
  5. Was die Inhalte der Ausbildung sind
  6. Ob ich das duale Studium empfehlen kann (Fazit)

Warum habe ich mich be­wor­ben?

Um diese Frage zu klären, möchte ich zuerst einmal sagen, dass ich ursprünglich gar kein duales Studium machen wollte. Als ich im Oktober 2013 die Messe „Einstieg“ in Dortmund besucht habe, ist mir das Angebot der FH Dortmund untergekommen. Dort wurde mir ein mir unbekanntes Studienkonzept vorgestellt. Anstatt den dualen Studienteil der Ausbildung in einem Unternehmen und in der Berufsschule zu machen, bietet die Fachhochschule ein Angebot in Kooperation mit einigen Firmen an und übernimmt den Berufsschulteil der Ausbildung. Zusätzlich ist dieses duale Studium nicht so kurz wie ein „normales“ Studium in Regelstudienzeit, sondern etwas länger gezogen. Das bringt freie Wochenenden mit sich, bringt aber genauso wie andere duale Studiengänge eine Ausbildungsvergütung mit sich. Ich habe mich beworben, da ich finde, dass sich die 9 Semester lohnen. Man gewinnt Erfahrung im Beruf und bekommt nicht nur das theoretische Wissen vermittelt.

Warum ich bei der BROCKHAUS AG an­ge­fan­gen habe

Da ich erst im Oktober 2013 von dem dualen Studium erfuhr und mich daraufhin entschied, ein so geartetes Studium zu absolvieren, habe ich mich erst später als die meisten Interessenten beworben. Anfang Dezember schickte ich meine Bewerbungen an die Firmen, die aus der Liste der Fachhochschule (Partner der Fachhochschule Dortmund) für mich in Frage kamen. Entschieden habe ich vorrangig nach Aufgabenfeld der Firma, Internetauftritt und Nähe zur Universität.
Ich wurde letztendlich zu drei Vorstellungsgesprächen eingeladen, darunter auch ein großer IT-Dienstleister aus Dortmund. Da ich in den Bewerbungsgesprächen erst die Mentalität der Firmen erfahren habe, traf ich vor den Gesprächen noch keine Entscheidung und wertete alle Firmen gleichwertig.

Die Entscheidung bei der BROCKHAUS AG meinen Ausbildungsvertrag zu unterzeichnen fiel, da mir das „Familienklima“ sehr gefallen hat. Zudem fand ich meine Gesprächspartner im Bewerbungsgespräch nicht aufdringlich, sondern nett und interessiert. Ich bin sehr erleichtert darüber, dass ich dann hier eine Zusage bekommen habe, da es mir wirklich gut gefällt.

Wie mir das dua­le Stu­di­um ge­fällt

Bevor ich mein Fazit ziehe, möchte ich noch kurz die Vorteile und Nachteile des dualen Studiums aufzählen, wie ich sie empfinde.

Man wird vier Wochen vor den Klausuren an der Fachhochschule von der Firma freigestellt und in dieser Zeit kann man lernen. Zwar muss diese Zeit auch in der Firma verbracht werden, man wird aber nicht zu Projekten herangezogen und hat einen eigenen Raum. Hierfür sorgt der Ausbildungsleiter.

An den Tagen Donnerstag und Freitag sind die dualen Studenten in der Firma und arbeiten dort mit. Man kann Donnerstags also (leider) keine Studentenpartys besuchen. Bei der BROCKHAUS AG ist man Mitarbeiter in tatsächlichen Kundenprojekten. So lernt man früh nach einer Einführungsaufgabe den Kontakt mit Kunden und die Qualitätsansprüche in der produktiven Programmierung kennen. Natürlich hat man immer die Chance jemanden über seine Arbeit schauen zu lassen. Die schwierigen Entscheidungen die ein Projekt mit sich bringt, muss ich als dualer Student nicht alleine tragen, dort hilft der Ausbildungs- oder Projektleiter. In unverhältnismäßig kritische Entscheidungen wird man nicht eingebunden.

In der Ausbildung lernt man Methoden wie SCRUM kennen, die im Studium erst viel später kennen lernt und wenn, dann meist nur oberflächlich. Andere Bereiche – wie Datenbankaufgaben zum Beispiel – werden in der Firma häufig kurz vor der Thematisierung in der Fachhochschule erklärt. So bekommt man im Unternehmen das nötige Grundwissen für den aktuellen Problemfall vermittelt und in der Fachhochschule dann zusätzliche Informationen und Erklärungen. So weiß man, welche Themen des Studiums in einem Unternehmen für welche Zwecke eingesetzt werden.
Zusätzlich lernt man bei der BROCKHAUS AG auch Tools kennen, die nicht nur Open Source oder besonders günstig sind. Wir bei der BROCKHAUS AG arbeiten hauptsächlich mit dem Visual Studio und Programmiersprachen von Microsoft. So werden auch Produkte wie der SQL-Server von Microsoft zum Einsatz gebracht. An der Fachhochschule sind die Mittel begrenzt und so werden häufig kostenfreie oder günstige Tools verwendet um Praktika und Übungen zu absolvieren, in dem Datenbanken-Beispiel, der Oracle-SQL-Server.

Abschließend kann ich sagen, dass mir das duale Studium bis zum jetzigen Zeitpunkt sehr gut gefällt. Bevor ich damit begann, hatte ich mir das duale Studium komplexer und vor allem lernintensiver vorgestellt. Durch die Streckung des Studiums bleibt der Aufwand allerdings im machbaren Bereich und man hat genug Zeit das gelernte auch zu verinnerlichen.

Was sind Inhal­te und Ab­schlüs­se an der Fach­hoch­schu­le

Der Name meines Studiengangs ist Softwaretechnik-Dual da ich vor dem September 2015 angefangen habe. Nun nennt sich der Studiengang SST, was für Software- und Systemtechnik steht. Das heißt, dass nun auch Fachinformatiker in Fachrichtung Systemintegration an der Fachhochschule ausgebildet werden. Bei der BROCKHAUS AG gibt es allerdings weiterhin nur die Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, da dies das vorrangige Themengebiet meiner Firma ist.

Der Abschluss an der Fachhochschule Dortmund ist der gleiche wie an einer Universität, man bekommt nach erfolgreicher Beendigung des Studiums einen Bachelor of Science, mit diesem kann man an jeder Universität oder Fachhochschule einen Master machen. In dem dualen Studium ist der Master allerdings nicht enthalten. Ich würde nach meinem Bachelor noch gerne einen Master-Abschluss anstreben. Ob ich weiterhin so unterstützt werde, hängt davon ab, ob die Fachhochschule Dortmund ihr duales Programm auch als Masterstudiengang weiterführt. Dies ist geplant, steht aber noch nicht fest.

Was sind Inhal­te der Aus­bil­dung

Die Inhalte der Ausbildung und die Inhalte des Studiums sind bis zum 6. Semester sehr schwierig auseinanderzuhalten, da man auch die Ausbildungsinhalte in der FH näher gebracht bekommt. In der Firma wird man neben den Projekten auch noch geschult indem man eine Diskussion mit dem Ausbildungsleiter führt oder an der sogenannten wöchentlichen Studentenrunde teilnimmt. Inhalte der Studentenrunde sind aus dem Alltag entnommene Situationen, die für den späteren Berufsalltag essenziell sind. In der Studentenrunde werden alle lernenden Mitarbeiter eingebunden – das umfasst Praktikanten, Auszubildende, Werksstudenten und Dual-Studenten wie mich. Thematisiert werden auch andere Aspekte, zum Beispiel das richtige Präsentieren oder Kundengespräche. Dies kann an einigen Stellen peinlich sein, da aber alle Leute bekannt sind und niemand ernsthaft sich lustig macht, kann man seine Schwächen schnell beseitigen.

Fazit

Häufig bekomme ich von Kommilitonen mit, dass sie arbeiten müssen wenn an der Fachhochschule etwas ausfällt. Eigentlich sind die Tage Montag bis Mittwoch für das Studium reserviert und sollten auch so behandelt werden, schließlich geht man nicht nur zu den Lehrveranstaltungen an der Fachhochschule, sondern muss auch Zuhause noch Aufgaben erledigen und lernen. Bei der BROCKHAUS AG wird diese Richtlinie beachtet, leider aber nicht in allen Firmen.

Durch die Regelung, dass Auszubildende keine Überstunden machen dürfen, kann man seine Zeit sehr gut planen und weiß, dass man neben den Vorlesungen noch 16 Stunden in der Woche arbeiten muss. In der vorlesungsfreien Zeit arbeitet man Vollzeit von Montag bis Freitag. Ausgenommen ist natürlich die Lernphase in der man von der Arbeit freigestellt ist. Ein typischer Zeitplan eines Semesters sieht folgendermaßen aus:

Beginn Wintersemester 15/16

Vorlesungen [21.09.15 – 22.12.15] und [06.01.16 – 13.01.16]

Arbeiten [14.01.16 – 22.01.16]

Lernphase und Klausuren [25.01.16 – 22.02.16]

Ende Wintersemester 15/16

Ich finde, dass die Zeiten gut eingeteilt sind. Zwar habe ich keine 3 Monate Semesterferien, allerdings kann man sich Urlaub nehmen und bekommt Ausbildungsvergütung. Der Urlaub beträgt bei mir 24 Tage im Jahr.

Durch die Verknüpfung von Ausbildung und Studium weiß man, welche Fähigkeiten wo benötigt werden und wird sehr gut auf den beruflichen Alltag vorbereitet. Die BROCKHAUS AG bietet mit seinem Ausbildungsleiter und den Studentenrunden sehr gute Unterstützung in der Ausbildung. Jeder in der Firma ist hilfsbereit und der Umgang mit Kollegen ist freundschaftlich.

Abschließend lässt sich also sagen, dass ich das Studium gut durchdacht finde. Die BROCKHAUS AG ist ein Partner des Fachhochschul-Partnerprogramms, der sich an alle Richtlinien hält und so den dual Studierenden das Leben sehr einfach macht. Das sorgt für Zufriedenheit, auch bei mir.

Björn Merschmeier

Björn Merschmeier

Dual-Student bei BROCKHAUS AG
Björn Merschmeier absolviert sein duales Studium im Bereich Softwaretechnik bei der BROCKHAUS AG. Als Lehrling und Student ist er nicht nur in der Rolle des Lernenden unterwegs, sondern wirkt auch in Kundenprojekten unterstützend mit. Erfahrungen sammelte er bereits in den Bereichen E-Commerce, Modernisierung von Alt-Systemen und Infrastruktur.
Björn Merschmeier

Letzte Artikel von Björn Merschmeier (Alle anzeigen)

<< Vorheriger Beitrag
Nächster Beitrag >>

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.