Welcher Arbeitgeber passt zu mir?

Nicht nur Sie bewerben Sich bei einer Firma, Firmen bewerben sich ebenso bei Ihnen! Informieren Sie sich also über Arbeitgeberattraktivität und nutzen Sie das persönliche Gespräch um viel über Ihren potentiellen neuen Arbeitgeber zu erfahren. Wie das gehen könnte, das lesen Sie hier.

Gerade Absolventen stehen vor der schwierigen Aufgabe nach Ihrem Studium einen Job auswählen zu müssen. Manche Absolventen stellt schon die Wahl der Art des Jobs vor große Schwierigkeiten. Darum soll es hier jedoch nicht gehen. Denn mit dem Jobantritt erfolgt nicht nur eine Entscheidung für Arbeitsinhalte, sondern auch für einen Arbeitgeber!

Gute Bewerber können wäh­len

Manch ein Bewerber ist vielleicht froh einfach nur einen Job gefunden zu haben, doch gerade in der IT Branche, wo derzeit gut qualifizierte Arbeitskräfte dringend gesucht werden, bekommen Bewerber häufig nicht nur ein einziges Jobangebot. Dann hat der Bewerber die Qual der Wahl, wobei die falsche Wahl hier sehr bald zu Unzufriedenheit führen kann.

Während manch einen Menschen das quirlige Startup begeistert, lieben andere die Sicherheit eines Großkonzerns. Umgekehrt droht beim Startup schnell Frust aufgrund zu früher Verantwortungsübernahme, breiter Aufgabengebiete und geringer Spezialisierung, während der Konzern mit festgefahrenen Strukturen, trägen Prozessen und Beamtentum nerven kann.

Welcher Arbeit­ge­ber ist der „Rich­ti­ge“?

Pauschal lässt sich auf diese Frage selbstverständlich keine Antwort geben. Das obige Beispiel zeigt ja schon: es gibt es kein besser oder schlechter – alles hat Vor- und Nachteile.

Der Vergleich Startup vs Konzern zeigt ebenfalls bereits die ersten Kriterien, die bei der Auswahl des passenden Arbeitgebers zu berücksichtigen sind: Firmengröße und Organisationsstruktur. Dazu dann auch gleich noch mehr. Vorher die typische Ausgangssituation:
Angenommen Sie haben ein abgeschlossenes Studium. Die Art des Jobs ist klar, es soll die Softwareentwicklung, Business Analyse oder das Testmanagement werden – welch ein Zufall, genau das bietet auch die BROCKHAUS AG 🙂 !
Des Weiteren hat die Bewerbungsphase begonnen und sogar die ersten Bewerbungsgespräche drohen. Die möglichen Arbeitgeber sind vermeintlich recherchiert und Sie haben sich auf alle Fragen, die Ihnen gestellt werden können bestmöglichst vorbereitet.

Umfassend über Arbeit­ge­ber in­for­mie­ren

Leider weiß ich aus Erfahrung: Einige Bewerber informieren sich sehr einseitig über Arbeitgeber. Sie googlen das Kunden- oder Markenimage, was beides allerdings nichts über die Qualität eines Unternehmens als Arbeitgeber aussagt.

Wie präsentiert sich also ein Unternehmen als Arbeitgeber?
Gerade hier müssen Sie als Bewerber achtsam sein. Versprechen in einer Marketingkampagne für ein Arbeitgeberimage können im Extremfall den Wahrheitsgehalt von Fernsehwerbung haben!

Aus diesem Grund sollten Sie auch unabhängige Portale, wie kununu, anschauen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Gerne geben ehemalige Mitarbeiter, wenn Sie sich im Streit getrennt haben, schlechte Noten, um den Arbeitgeber nachträglich zu ärgern. Zufriedene Mitarbeiter haben hingegen keine Motivation überhaupt solche Seiten zu besuchen.

Die beste Möglichkeit an gute Informationen zu gelangen ist darum das persönliche Gespräch und das Vertrauen auf die Ehrlichkeit der Gesprächspartner. Gehen Sie darum auf Messen und/oder stellen Sie im Bewerbungsgespräch die richtigen Fragen, denn so ein Bewerbungsgespräch geht in beide Richtungen – der Arbeitgeber bewirbt sich auch bei Ihnen!

Kriterien für die Aus­wahl Ihres Arbeit­ge­bers

Damit Sie die richtigen Fragen stellen können gehen Sie einmal in sich und entscheiden Sie: Was ist Ihnen bei einem Arbeitgeber wichtig?

Da gibt es eine ziemliche Auswahl an Kriterien, die Auswirkungen auf Ihren späteren Arbeitsplatz haben und für Sie wichtig sein könnten. Die genannten Punkte Firmengröße und Organisationsstruktur sind nur zwei davon.

Weitere wichtige Faktoren sind:

  • Karrieremöglichkeiten
  • Individuelle Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Work-Life Balance
  • Atmosphäre
  • Firmengröße
  • Organisationsstruktur
  • Firmenkultur
  • Gehalt

Diese unvollständige Liste lässt sich leicht durch eine Internetrecherche erweitern. Wichtig ist jedoch, dass Sie im Anschluss an die Auswahl der Kriterien auch die richtigen Fragen stellen.

Spezifisch und kon­kret fra­gen

Stellen Sie sich folgendes vor: Sie sind im persönlichen Gespräch, z.B. auf einer Messe oder sogar im Bewerbungsgespräch. Sie stellen die Frage: „Legen Sie auf individuelle Weiterbildung wert?“. Wahrscheinlich wird kein Firmenvertreter dies verneinen. Stellen Sie also besser sehr konkrete Fragen, wie z.B. „Was unternehmen Sie, um ihre Mitarbeiter bei der individuellen Weiterbildung zu unterstützen?“.
Stellen Sie auch kritische Fragen, wie z.B. wie hoch die Mitarbeiterfluktuation in den letzten 1-2 Jahren war.

Weitere Fragen, die dafür geeignet sind sehr konkret Kriterien bewerten zu können:

  • Welche Teambuilding-Maßnahmen gab es im letzten Jahr?
  • Wie viele Weiterbildungsmaßnahmen darf ich mir in einem Jahr aussuchen?
  • Wie verläuft bei Ihnen die Einarbeitung?
  • Mit welchen Maßnahmen unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter sich trotz ihres Bürojobs gesund zu halten?
  • Wie häufig werden Überstunden notwendig?
  • Wie werden Überstunden ausgeglichen?
  • Wie wird die Arbeitszeit erfasst?
  • Essen die Teams gemeinsam?

Stellen Sie auch Ihrem Gesprächspartner Fragen, wie z.B.:
Warum arbeiten Sie hier im Unternehmen? Was hält Sie im Unternehmen?

Sie können auch um ein Gespräch mit einem zukünftigen Kollegen bitten, um diesem dann einige Fragen zu stellen. Nicht immer ist dies sofort realisierbar – selbst dann, wenn das Unternehmen sich um Sie bemüht, denn eventuell haben diese Mitarbeiter gerade viel zu tun oder sind nicht im Haus.

Ebenfalls ist es nicht nur aus Unternehmensperspektive sinnvoll einen Probearbeitstag zu absolvieren. Auch für potentielle Mitarbeiter hat so ein Tag einige Vorteile. Sie lernen die Firma und zukünftige Kollegen kennen und bekommen Einblicke, die Sie sonst erst nach Vertragsunterzeichnung erhalten könnten.

In jedem Fall Fragen stel­len

Der Zeitpunkt die vorbereiteten Fragen zu stellen ist in der Regel am Ende des Bewerbungsgesprächs. Doch auch wenn vermeintlich schon alles im Gespräch geklärt wurde, so bieten Ihnen Ihre Fragen noch einmal die Gelegenheit, Interesse zu zeigen, bewusstes Handeln zu demonstrieren und gute Vorbereitung zu beweisen. Lassen Sie diese Gelegenheit also nicht ungenutzt.

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