DevOps, Development, Operations, Contunuous Delivery, Continuous Deployment, Agil, Lean, Team, Qualitätssteigerung, Infrastructure as a Code

Wachs­tum meis­tern: DevOps – Teil I

Teil 1:  Defini­tion und Mo­ti­va­tion

Betrachtet man Wirtschaft und Digitalisierung aus der Vogelperspektive heraus, hebt sich eine treibende Kraft besonders hervor:  Wachstum. Neben der zunehmenden Datenmenge und Komplexität, wächst die Frequenz, in der Innovationen und neue Anwendungen benötigt werden. Damit steigen auch die Herausforderungen, mit denen sich die Unternehmen konfrontiert sehen. Taucht man nun von der Vogelperspektive aus in die Tiefe, zum Fischen nach Lösungen, scheint DevOps ein guter Fang zu sein, wenn nicht sogar eine unumgängliche logische Konsequenz. Dieses ganzheitliche Modell versucht Wachstum durch Reduktion und kooperative Zusammenarbeit zu meistern.

Neben Lean-Ansätzen spielen auch Werte wie Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und Vertrauen entscheidende Rollen, ebenso wie die langfristige Entlastung der Mitarbeiter durch automatisierte Vorgänge. Die Folge sind schnelle Release-Zyklen und weitestgehend agil handelnde Teams. Mit der Optimierung, die dieses Modell verspricht, geht jedoch ein zunächst nicht ganz einfacher Weg einher.

Definition

Per Definition ist DevOps ein Modell, das die Bereiche der Softwareentwicklung (Development) und der Systemadministration (Operations & Betrieb) zusammenbringt und mittels gemeinsamer Anreize und Prozesse eine schlanke sowie effiziente Zusammenarbeit fördert.

Es soll zusammengehören, was auf den ersten Blick nicht zusammenpasst: Der Bereich Development hat mit der Produktion, Weiterentwicklung, dem Testen und der Inbetriebnahme von Software eher einen kreativ verändernden Charakter. Während hier die Mitarbeiter Systeme verändern möchten, ist der Bereich Operations im Anschluss verantwortlich für das reibungslose Funktionieren der Infrastruktur und bevorzugt Stabilität mit einer begrenzten Menge an Änderungen.
Das Ziel ist folglich, Bereiche zusammenarbeiten zu lassen, welche sonst im Softwareentwicklungs-Lebenszyklus teils konträre Interessen verfolgen.

Doch in der Praxis ist diese Zusammenfassung wesentlich komplexer, als es den Anschein macht. Denn es bedarf im Grunde einer übergeordneten Betrachtung des Application Lifecycle Management, also aller Bereiche, die auf die Qualität der Software, auf die Geschwindigkeit der Entwicklung und auf die Auslieferung einen positiven Einfluss haben. DevOps fasst demnach einen Mix aus Zielen, Unternehmenskultur, Infrastruktur-Anpassungen, Tools zur Automatisierung und organisatorischen Prozessen (z.B. Lean Management) zusammen, die aufeinander abgestimmt werden sollen.

DevOps, Development, Operations, Contunuous Delivery, Continuous Deployment, Agil, Lean, Team, Qualitätssteigerung, Infrastructure as a Code
DevOps fördert in der IT mit all seinen Aspekten eine bessere Zusammenarbeit und erhöht die Qualität und Anzahl der Deployments

Motivation für DevOps

Die hauptsächliche Motivation für DevOps besteht darin, Software den jeweiligen Kunden schneller, einfacher und in besserer Qualität bereitzustellen. Nachvollziehbarerweise geht es dabei übergeordnet um die Verbesserung von Rentabilitäts-, Produktivitäts- und Marktanteilszielen.

Hier spielt Software längst nicht mehr nur eine untergeordnete Rolle. Inzwischen bedingen Geschäftsprozesse in der Regel eine gut geölte IT-Maschinerie. Systeme und Anwendungen sind ein kritischer Bestandteil in allen Unternehmensbereichen. Intern, in der Produktion oder Verwaltung und nach außen hin, in fast allen Touchpoints, sind IT-Anwendungen nicht mehr wegzudenken. Die Kommunikation zwischen Kunden und Unternehmen findet zunehmend digital statt.

Diese digitale Präsenz und die Nutzung digitaler Medien seitens der Kunden führen dazu, dass der Innovationsdruck immer stärker wird. Im technischen Zeitalter wird der Lebenszyklus von Innovationen immer kürzer. Derzeit erfolgreiche Geschäftsmodelle können schnell abgelöst werden und in ein Nischendasein rutschen. Das macht die Entwicklung neuer Anwendungen und Lösungen parallel zu den Bestehenden so wichtig. Neben erfolgreichen Geschäftsmodellen muss daher ein kreatives Klima als zweites konstantes Standbein bestehen.
Um bei diesem Innovationswettbewerb mithalten zu können, sind Unternehmen in der Pflicht, sich Strategien anzueignen, die agil, flexibel und zuverlässig Neuerungen schaffen können. Dies bringt DevOps mit seinen zahlreichen Facetten ins Spiel.

Wenn man sich das DevOps-Modell näher anschaut, fallen in der Regel schnell Schlagwörter, wie Continuous Deployment, Agilität oder Lean Management. Nicht verwunderlich, da der Begriff erstmalig während einer Konferenz in Gent (Belgien) 2009 auftauchte, die sich mit agilen Methoden beschäftigte. Während dieser Konferenz (DevOpsDays), hielt Patrick Debois einen Vortrag über die Anforderungen bei agilen Methoden und der sich verändernden Zusammenarbeit zwischen Programmierern, IT-Experten und dem operativen Produktionsmanagement. Die große Herausforderung sei dadurch gegeben, so Debois, dass die verschiedenen Abteilungen in verschiedenen Maßen agil vorgehen würden. Auch wenn die Unternehmensbereiche einzeln hervorragende Leistungen erbringen, mangelt es häufig an ihrem Zusammenspiel. Abteilungen, wie Produktmanagement oder IT-Betrieb, welche Arbeitsschritte nach dem klassischen Wasserfall-Modell abarbeiten, könnten mit den agilen Teams, die sich häufig in der Entwicklung finden, nicht mithalten.

Tatsächlich nehmen der Vorlauf für Planung und Beschaffung sowie die Testphasen umfangreich Zeit in Anspruch. Hier entstehen Bottlenecks, die Projekte durch inkompatible Prozesse ins Stocken bringen oder schnittstellenbedingte Fehler in den Systemen verursachen.
Einen Lösungsansatz bietet DevOps, welches als Konzept entlang des gesamten Lebenszyklus einer Anwendung, die Kommunikation und agile Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Bereichen verbessert. Begleitend werden Konfigurations-, Verwaltungs- und Testingtools eingesetzt, was einen Geschwindigkeits- und Qualitätsvorteil bietet. Die fertiggestellte Anwendung wird schließlich gemeinsam verantwortet.

All diese Aspekte sollen dazu führen, die beteiligten Teams, Tools und Infrastrukturen optimal aufeinander abzustimmen, um Anwendungen in schnelleren Zyklen und in besserer Qualität auszuliefern oder weiterzuentwickeln. Mit Hilfe des DevOps-Modells möchte man sowohl die Anzahl der Deployments durch kürzere Release-Zyklen als auch die Stabilität der jeweiligen Systeme steigern. Durch die enge Zusammenarbeit können bereits bei der Entwicklung Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb geschaffen werden. So müssen nicht erst im Nachhinein vermeidbare Fehler behoben werden.

Teil II: Was genau sollte verändert werden , um sein Unternehmen in Richtung DevOps zu steuern?

Katy Spalek

Katy Spalek

Manager Corporate Publishing bei BROCKHAUS AG
Katy Spalek ist bei der BROCKHAUS AG als Redakteurin für die Bereiche Marketing und Vertrieb zuständig und verantwortet Recherche, Verfassen und Layout von Texten zur Kundenkommunikation. Für das blogHAUS verfasst sie Beiträge über aktuelle Trendthemen aus IT, Marketing und Wirtschaft.
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